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In der Notzeit der
Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegsjahre war die Hegnacher Mühle
für viele eine Anlaufstelle, um aufgelesene Ähren gegen Mehl
einzutauschen. In dieser schwierigen Zeit ging das Wasserrad kaputt
und Hermann Häussermann entschloss sich zum Einbau einer
Francisturbine mit einer Leistung vom 40 kw, der von der Firma Voith
in Heidenheim ausgeführt wurde. 1949 wurde die Vermahlung auf
moderne Walzenstühle umgestellt. 1966 erfolgte der Einbau eines
Getreidesilos, um den veränderten Gegebenheiten Rechnung zu tragen.
1970...
übernahm Hermann Stietz
die Mühle. 1973 wurde die Vermahlung automatisiert, was eine
Kapazitätssteigerung auf ca. 10t/24h erbrachte. 1982 wurde die
Getreideannahme modernisiert, so dass jetzt 400 Tonnen Weizen und 200
Tonnen Gerste während der Ernte erfasst werden können. 1987
erfolgte ein großer Umbau der Turbine, um eine Einspeisung des
erzeugten Stroms in das Netz des örtlichen Energieversorgers zu
ermöglichen.
Ab 1980...
wurde der
Naturkostsektor konsequent ausgebaut. Seit 1985 gibt es den eigenen
Mühlenladen. Im selben Jahr wurde die Vermahlung von Dinkel nach 50
Jahren wieder aufgenommen.
Seit 1998...
wird die Hegnacher
Mühle von Ulrich Stietz betrieben, der nach der Meisterprüfung in
St. Gallen Müllereitechnologie studierte, um den Anforderungen an
eine moderne Betriebsführung gerecht werden zu können.
Die Hegnacher Mühle bedient
hauptsächlich Privatkunden, entweder im Mühlenladen, oder durch
Zustellung direkt ins Haus. Ein weiteres Standbein sind zahlreiche
Gastronomiebetriebe, speziell Pizzerias.
Alle 2 bis 3 Jahre nimmt der Betrieb Pfingstmontag am
Deutschen Mühlentag teil.
Seit 2003...
Wie alle
Märkte, so wird auch der Lebensmittelmarkt zunehmend globalisiert.
Nahrungsmittel legen immer längere Strecken auf den Straßen
Deutschlands und Europas zurück.
Es ist uns ein wichtiges Anliegen, kleine Wirtschaftskreisläufe
funktionsfähig am Leben zu erhalten. Immer
mehr Privatkunden, aber auch Marktbetreiber und Bäckereien erkennen
den Wert einer durchschaubaren, regional strukturierten
Lebensmittelproduktion.
Unser Getreide beziehen wir daher von den
Bauern innerhalb eines Umkreises von ca.20km um die Hegnacher Mühle.
Angemessene Getreidepreise tragen dazu bei, dass auf den Feldern
unserer Umgebung auch in Zukunft bäuerliche Betriebe wirtschaften
können.
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